Was geht uns das an?
Vernetzung und Kooperation in der Region zur Vermittlung der NS-Zeit für junge Menschen
„Was geht uns das an?“ … könnte man sich 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fragen. Das Projekt möchte anregen zum Nachdenken über diese Frage, zur Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und zum Diskutieren über gegenwärtige gesellschaftliche und politische Entwicklungen.
Das Projekt umfasst zwei Bildungsangebote für junge Menschen: Die Entwicklung der Webseite „Auf den Spuren des Todesmarsches“ und Internationale Sommerlager „Crossing Borders“, die in den Jahren 2021 und 2022 stattfinden werden. Coronabedingt musste es 2020 ausfallen, stattdessen entstand ein Videotagebuch.
Bereits in den Jahren 1999 bis 2016 fanden jährlich Jugendsommerlager an der Gedenkstätte Ahrensbök statt. Diese Tradition wird 2021 fortgesetzt. Schwerpunkte der Sommerlager sind zum einen die Auseinandersetzung mit Themen der NS-Zeit und die Reflektion von Bezügen zur Gegenwart sowie zu persönlichen Erfahrungen, zum anderen das Kennenlernen der drei Weltreligionen Judentum, Islam und Christentum. Außerdem geht es um die praktische Arbeit an der Gedenkstätte zur Instandhaltung des Gebäudes und zur weiteren Erschließung des Außenbereichs. Ein zentrales Element ist das Kennenlernen und Austauschen der Teilnehmenden untereinander, auch die gemeinsame Freizeitgestaltung kommt nicht zu kurz! Das Internationale Jugendsommerlager findet in Kooperation mit dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Ostholstein statt.
Die Entwicklung der Webseite „Auf den Spuren des Todesmarsches“ wird 2021 realisiert. In Zusammenarbeit mit einer Schülergruppe soll eine Webseite entwickelt werden, welche die Stationen des Todesmarsches aufzeigt, der im April 1945 aus den Konzentrationslagern Auschwitz-Fürstengrube und Dora-Mittelbau (Harz) kam und durch Holstein bis nach Neustadt führte, wo die meisten Häftlinge während der Cap Arcona Katastrophe ihr Leben verloren. Mit der Website wird ein digitales Angebot von jungen Menschen für junge Menschen entstehen.
Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird gefördert aus dem Bundesprogramm „Jugend erinnert“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Kofinanziert wird es von der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten und dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein.