E I N F Ü H R U N G


Seit Sommer 1999 finden in der Gedenkstätte Ahrensbök jährlich internationale Jugendsommerlager statt. Veranstalter ist der „Trägerverein Gedenkstätte Ahrensbök / Gruppe 33 e. V.“. Partnerorganisationen waren (oder sind) die „Aktion Sühnezeichen / Friedensdienste“, Berlin, das Bugenhagen Berufsbildungswerk, Timmendorferstrand, die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Ahrensbök-Curau-Gnissau, die Kieler Flüchtlingshilfsorganisation „Lifeline“. In Zusammenarbeit mit dem Partnerschaftsverein Ahrensbök-Gramenz/Grzmiaca kamen während der letzten Jahre auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums der polnischen Partnerstadt von Ahrensbök, Grzmiaca, ins Sommerlager. Und weil es den Veranstaltern wichtig ist, Beispiele von Verfolgung und Rassismus aus Vergangenheit und Gegenwart gegenüber zu stellen, werden gern auch junge Asylbewerber aus aller Welt ins Sommerlager eingeladen.

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Seit dem 1. September 1999 markieren zwölf Stelen – frei und aufrecht stehende Platten aus Beton mit eingelassenen Tonfiguren und Tontafeln – die Wegstrecke der etwa 500 Häftlinge aus den Konzentrationslagern Auschwitz-Fürstengrube und Dora-Mittelbau (Harz). Sie wurden Mitte April 1945 nach ihrer Landung im Lübecker Hafen durch Ostholstein bis nach Neustadt getrieben. 15 junge Menschen aus vier verschiedenen Ländern schufen unter Anleitung des Berliner Künstlers Wolf Leo im ersten internationalen Jugendsommerlager auf dem Gelände der späteren Gedenkstätte diese Wegzeichen, die dem Todesmarsch ein Denkmal setzten.


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Insbesondere junge Menschen sollen Geschichte, wie sie in ihrer Region geschah, erfahren. Deshalb werden Schulklassen, Konfirmanden- und Studentengruppen, Schüler und Schülerinnen der Polizeischule, Auszubildende neben anderen Interessierten eingeladen, an diesem außerschulischen Lernort zu erfahren, wie die NS-Diktatur vor Ort in der Provinz begann und wie sie dort funktionierte.


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A U S    A L L E R    W E L T   N A C H    O S T H O L S T E I N
JUNGE MENSCHEN HELFEN BEI AUFBAU, ERHALT UND PFLEGE DER GEDENKSTÄTTE

Anno 1999: An der Bundesstraße 432 zwischen Ahrensbök und Scharbeutz befand sich ein leer stehendes, verlassenes Gebäude in einem verwilderten Park. Noch gab es keine Pläne, an diesem Ort eine Gedenkstätte einzurichten, obwohl inzwischen die Geschichte des Hauses öffentlich thematisiert worden war: Hier, wo die Nationalsozialisten im Oktober 1933 ein frühes Konzentrationslager eingerichtet hatten, sollte 66 Jahre später das erste internationale Jugendsommerlager stattfinden.

Die Idee war – und ist – junge Menschen bei Aufbau, Erhalt und Pflege der Gedenkstätte einzubinden und sie mit Aufgaben und Zielen der regionalen Gedenkarbeit vertraut zu machen. Veranstalter ist der gemeinnützige “Trägerverein Gedenkstätte Ahrensbök/Gruppe 33“, der seit 1999 zusammen mit anderen Organisationen wie der „Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste“, Berlin, oder dem Bugenhagen Berufsbildungswerk, Timmendorferstrand, der Kieler Flüchtlingsorganisation „Lifeline“ sowie gemeinsam mit den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Ahrensbök-Curau-Gnissau und dem Ahrensböker Partnerverein Grzmiaca/Gramenz die Jugendsommerlager ausrichtet.

Sie kamen und kommen aus aller Welt – nur der australische Kontinent war bislang nicht vertreten. Junge Leute reisten aus Polen, Tschechien, der Ukraine, aus Weißrussland, Russland und Sibirien, Ungarn und Mazedonien an. Es nahmen Schüler aus den USA, aus Holland, Österreich und aus Deutschland teil. Aus dem Irak, aus Afghanistan und Ghana kamen junge Flüchtlinge, aus dem Iran zwei Brüder, die mit ihrer Familie in Deutschland Asyl suchten. 2001 trafen erstmals, seit 2014 jedes Jahr wieder Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums aus der polnischen Partnerstadt Ahrensböks, Grzmiaca, in der Gedenkstätte mit jugendlichen Mitgliedern der Kirchengemeinden zusammen. Junge Leute aus Lettland, die in der Kirchengemeinde Curau zu Gast waren, legten im Sommer 2016 Rasengittersteine und Platten als Fundament für zwei Gartenhäuser.


Anfangs musste viel improvisiert werden. Es gab keine Duschen; also wurden Ausflüge in ein Sportlerheim organisiert. Es gab keinen Herd, keinen Kühlschrank; also wurde das Essen außerhalb zubereitet – ein Wirtshaus in der Nachbarschaft spendierte das Geschirr. Es gab in den Zelten keine Matratzen; also wurden Strohlager gebaut. Als Esstische dienten ausgemusterte Schulpulte, Stühle wurden von überall her angeschleppt. Und wenn der Regen zu stark auf – und in - die Zelte prasselte, in denen die Teilnehmenden übernachteten, mussten die jungen Leute in die Räume des Gebäudes, der späteren Gedenkstätte, flüchten und dort kampieren.

Ursprünglich waren täglich – außer am Wochenende - fünf Arbeitsstunden angesagt. Gäste, die vorbeischauten, schüttelten mitfühlend die Köpfe, wenn sie den jungen Leuten bei der Arbeit zusahen. Da wurden Löcher in den Decken gestopft, verwitterte Wände geweißt, schmutzige Holzböden abgezogen und geschrubbt. In einem Sommer entkernten die jungen Leute das marode alte Badezimmer im Erdgeschoss, Im folgenden Jahr zogen sie Gräben rund um das Haus, um das Fundament zu isolieren. In einem anderen Sommer wurden muffiger Schimmel und verrotteter Putz von den Wänden der ehemaligen Verhörzelle und anderer Kellerräume abgeklopft, wie auch Schutt und Müll vieler Jahrzehnte von unten nach oben rausgeschleppt werden mussten.

Das erste internationale Jugendsommerlager 1999 wird besonders in Erinnerung bleiben. 15 junge Menschen aus vier Ländern Europas schufen das Wegzeichenprojekt – Mahnmale wurden in all den Orten aufgestellt, durch die der Todesmarsch im April und Mai 1945 durch Ostholstein führte. Zwei Wochen lang arbeiteten unter Anleitung des Berliner Künstlers Wolf Leo zwölf junge Frauen und drei junge Männer von morgens früh bis abends spät körperlich hart, um Figuren aus Ton zu formen, die gebrannt und in selbst gegossene Platten aus Beton eingefügt wurden. Seitdem markieren diese Stelen die Wegstrecke von Lübeck bis Neustadt (s. Lernort: Wegzeichen erinnern und mahnen).


Die Zeit körperlich harter Arbeitseinsätze gehört – meist - der Vergangenheit an. Seit die Räume der Gedenkstätte mit finanzieller Hilfe von Bund und Land renoviert wurden, helfen heute junge Leute im Archiv und in der Bibliothek. Oder sie jäten und harken den Außenbereich. Und sie machen sich jeden Sommer auf den Weg, um die Stelen zu pflegen, die dazu gehörenden Informationsschilder zu reinigen und das Umfeld von grünem Wildwuchs zu säubern. Dabei erfahren sie, was an den verschiedenen Orten 1945 geschah. Beispielsweise in Dunkelsdorf, wo sechs Häftlinge erschossen wurden. Beispielsweise in den Scheunen von Siblin und Gut Glasau, wo die Häftlinge zwei Wochen lang eingesperrt waren.

In jedem Sommerlager wird die Zeit der nationalsozialistischen Terrorherrschaft, wie sie in Ahrensbök geschah, thematisiert. Die jungen Leute besuchen die Ausstellungen der Gedenkstätte und erfahren, wie frühe und spätere Konzentrationslager funktionierten, wie ein Todesmarsch verlief. Ihnen wird das nationalsozialistische Bildungssystem am Beispiel von Ahrensbök erklärt. Und sie hören von Verfolgung und Enteignung jüdischer Bürger und der Ausbeutung mehr als tausend aus ihrer Heimat verschleppter Fremdarbeiter, die in Ahrensbök Zwangsarbeit leisten mussten. Zeitzeugen und Fachleute werden eingeladen, um aus eigener Erfahrung zu berichten. Auch der Besuch anderer Gedenkstätten wird organisiert.

Ein besonderes Anliegen der internationalen Sommerlager ist, Erkenntnisse der Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen. Das Sommerlager beginnt mit einem Begrüßungsgottesdienst in der evangelischen Kirche Ahrensböks. Oft folgen Besuche einer Synagoge und einer Moschee, um für alle drei Weltreligionen Interesse zu wecken. Zu einigen Sommerlagern werden Flüchtlinge eingeladen, um sich mit den jungen Europäern auszutauschen. Erfahrungen zeigen, dass während abendlicher Gesprächskreise die unterschiedlichen Lebenserfahrungen der jungen Menschen heiß diskutiert werden. Viele erfahren erstmals die Gründe, warum Gleichaltrige aus ihren Heimatländern flüchten, dass Vertreibung und Verfolgung nicht Geschichte, sondern eine aktuelle Menschheitskatastrophe ist.

Nun glaube niemand, dass sich die jungen Leute ausschließlich mit der dunklen Seite der deutschen Geschichte oder dem Unrecht der Gegenwart befassen. Wer in der Zeit des Jugendsommerlagers die Gedenkstätte besucht, wird schon von weitem lautes Gelächter und fetzige Musik hören. Gemeinsam fahren alle zu Badebesuchen an die Ostsee, unternehmen Ausflüge ins Hansaland, Einkaufsbummel nach Lübeck und Eutin oder Paddelexkursionen auf der Trave. Sie veranstalten Konzerte, Sommerfeste, fröhliche Grillabende mit Lagerfeuer. Es wird gebastelt, getrommelt und gekegelt, gesungen, getanzt und fröhlich musiziert, wie das junge Menschen überall in der Welt machen, wenn sie zusammenkommen.
 
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W E G Z E I C H E N    E R I N N E R N    U N D    M A H N E N 
STELEN MARKIEREN DEN WEG DES TODESMARSCHS DURCH OSTHOLSTEIN

Sie sollen Stolpersteine sein, zum Erinnern und Mahnen anregen. Seit dem 1. September 1999, markieren zwölf Stelen - frei und aufrecht stehende Platten aus Beton mit eingelassenen Tontafeln und Tonfiguren - die Wegstrecke, auf der im April 1945 etwa 500 Häftlinge aus den Konzentrationslagern Auschwitz-Fürstengrube und Mittelbau-Dora von Lübeck über Bad Schwartau, Pohnsdorf, Curau, Bokhof, Dunkelsdorf, Ahrensbök, Siblin, Sarau, Süsel bis nach Neustadt i. H. marschieren mussten, wo die meisten auf Häftlingsschiffen in der Lübecker Bucht während eines britischen Bombardements ihr Leben verloren.

Die Wegzeichen sind das Werk von 15 jungen Menschen aus Polen, Tschechien, Weißrussland und aus Deutschland. Während eines gemeinsamen internationalen Sommerlagers - initiiert von der Gruppe 33, einer Bürgerinitiative, die sich als Arbeitsgemeinschaft zur Zeitgeschichte in Ahrensbök organisiert hatte - und in Zusammenarbeit mit der international aktiven Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste - arbeiteten sie 14 Tage lang unter Anleitung des Berliner Künstlers Wolf Leo. Nicht an Schuld, so Leo, sollen die Stelen erinnern, sondern an die Verantwortung der Nachgeborenen.

Die Idee dieses Wegzeichen-Projektes war im Sommer 1998 entstanden. Auf Einladung der Gruppe 33 war Sam Pivnik - ein ehemaliger Häftling des Auschwitz-Nebenlagers Fürstengrube und unfreiwilliger Teilnehmer des Todesmarsches - nach Ahrensbök gekommen. Pivniks Besuch und seine bewegende Bereitschaft zur Versöhnung veranlassten den damaligen Bürgermeister Wolfgang Frankenstein und andere Ahrensböker Honoratioren zu dem Versprechen: "Wir wollen dem Todesmarsch ein Denkmal setzen".

Das Versprechen wurde ernst genommen. Der damalige Ahrensböker Pastor Michael Schwer, Mitinitiator der Gruppe 33, las in einer Zeitschrift des Vereins "Wider das Vergessen, für Demokratie" von Stelen, mit denen Wolf Leo den Todesmarsch von Frauen aus dem KZ Ravensbrück markiert hatte. Der Pastor erhielt schnell die Zusage zur Mitarbeit an einem Wegzeichenprojekt im ostholsteinischen Raum. Rund zwanzigtausend Mark würde es kosten, so Leos Erfahrung, was den Pastor nicht entmutigte. Auf seiner Betteltour kriegte er mal da tausend, mal dort zweitausend Mark - von der evangelischen Kirche wie von Gemeinden, Kreis und Land. Die Heinrich-Böll-Stiftung konnte ebenfalls gewonnen werden wie auch der französische Verein der "Söhne und Töchter deportierter Juden", zu dem Beate und Serge Klarsfeld gehören; sein Vater war Häftling in Fürstengrube.


Bemerkenswert ist das ehrenamtliche Engagement einer Reihe von Leuten, das das Projekt erst möglich machte. Nicht nur mussten die zwölf Mädchen und die drei Jungen An- und Abreise selbst finanzieren, sie zahlten auch für die Unterbringung in Zelten zwischen 50 und 180 Mark. Barbara Braß, damals Jugendbetreuerin in Ahrensbök, und engagierte Leiterin dieses - und später vieler internationaler Jugendsommerlage -, opferte im Sommer 1999 – ebenso wie in folgenden Jahren ihre Urlaubswochen.

Von Anfang an stand fest, dass es nicht allein um Schaffung und Aufstellung von Mahnmalen ging. Mit den jungen Leuten sollte auch inhaltlich gearbeitet werden: Das Camp war im Garten und dem Gebäude untergebracht, in dem sich 1933 ein frühes Konztentrationslager befand. Gemeinsam schritten die Jugendlichen die holsteinische Wegstrecke des Todesmarsches ab. Sie sprachen mit Zeitzeugen, die 1945 am Straßenrand gestanden hatten. Einen Abend lang hörten sie Berichten des Regionalhistorikers Gerhard Hoch zu, der 1990 in seinem Buch "Von Auschwitz nach Holstein" als erster über den "Leidensweg der 1200 jüdischen Häftlinge von Fürstengrube" berichtet hatte.

Für Hoch ging mit dem Wegzeichenprojekt ein "Traum in Erfüllung". Er, der viele Jahre lang wegen seiner Arbeit über den nationalsozialistischen Terror in seiner schleswig-holsteinischen Heimat angegriffen wurde, war nun zuversichtlich, dass die Stelen Menschen anziehen und ihre Neugierde wecken würden. Das Andenken an das Leid der geschundenen Männer damals, so erklärte Hoch, würde Menschen heute ermutigen, für eine Politik einzutreten, "die Nähe zu Opfern schafft".
 
STANDORTE DER STELEN

Stele    1: Lübeck, Gustav-Radbruch-Platz/Ecke Fährstraße, nördlich der Burgtorbrücke
Stele    2: Lübeck: Schwartauer Landstraße, Nordostecke des Tremser Teichs
Stele    3: Bad Schwartau, Zentrum: Ecke Schulstraße / Rensefelder Straße, Jugendtreff „Alte 12“
Stele    4: Bad Schwartau Alt Rensefeld, am Teich vor der Kirche St. Fabian
Stele    5: Pohnsdorf, bei der Ulme am Dorfanger (kurz vor der Einmündung auf die Straße nach Ahrensbök)
Stele    6: Curau, im Rosenfeld an der Straße nach Ahrensbök, Kreuzung nach Dissau/Malkendorf
Stele    7: Bokhof, an der Straße nach Ahrensbök, Abzweigung Dunkelsdorf
Stele    8: Ahrensbök, Lübecker Straße bei der Marienkirche
Stele    9: Feldscheune Siblin auf der Straße Ahrensbök - Eutin, nahe dem Rettungshubschrauberplatz
Stele 10: Sarau, an der Kirche
Stele 11: Süsel, Seeweg, nahe der Kirche
Stele 12: Neustadt, Lienaustraße / Lienaupark
 
 
 
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A U S S E R S C H U L I S C H E R  L E R N O R T 
LERNORT FERN DER SCHULE
EINE ANDERE ART, GESCHICHTE ZU VERMITTELN

Es ist ein zentrales Anliegen des Trägervereins, einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu spannen, Parallelen aufzuzeichnen. Heutigen und künftigen Generationen soll durch Vermittlung der Geschichte, wie sie vor ihrer Haustür geschah, Verständnis für Ursachen, Unrecht und Leid der Opfer vermittelt werden. An Beispielen aus der Region soll demonstriert wird, wie schrecklich die Folgen eines undemokratischen, totalitären Systems sein können. Es sollen Wege gesucht werden, um Wahrung der Menschenwürde, Achtsamkeit, Toleranz, Friedensbereitschaft, Völkerverständigung zu fördern. Mit der Arbeit soll ein Beitrag geleistet werden, dass ein Unrecht wie in der Vergangenheit – oder Ähnliches – nicht wieder geschieht.
Aus: Konzept des Trägervereins der Gedenkstätte Ahrensbök
Insbesondere junge Menschen sollen Geschichte, wie sie in ihrer Region geschah, erfahren. Deshalb werden Schulklassen, Konfirmanden- und Studentengruppen, Absolventen der Polizeischule oder junge Auszubildende neben anderen Interessierten eingeladen, an diesem außerschulischen Lernort zu erfahren, wie die NS-Diktatur vor Ort in der Provinz begann und wie sie dort funktionierte.

Der Trägerverein regt an und begleitet schulische Projektarbeiten, deren Ergebnisse in der Gedenkstätte ausgestellt werden. Zeitzeugen, die auf Einladung des Trägervereins nach Ahrensbök kommen, werden an Schulen weiter empfohlen, um den jungen Menschen lebendige Geschichte zu vermitteln. Schülerinnen und Schüler sind eingeladen, an Veranstaltungen des Trägervereins mitzuwirken, wie beispielsweise ein junger Musiker aus Pelzerhaken, der mehrfach bei Festen Trompete und Keyboard spielte. Oder junge Leute gestalten ihre Auftritte selbst, wie – ein anderes Beispiel - die jugendlichen Ausstellungsbegleiter, die während eines Sonntagsgesprächs schilderten, warum sie Schulklassen durch eine Anne-Frank-Ausstellung in der Segeberger Jugendakademie führten.

Es gibt die Möglichkeit, während des Gedenkstättenbesuchs Antworten auf Fragen selbst zu erarbeiten. Der Trägerverein bietet Arbeitsbögen an, auf denen Gruppen oder Einzelne biografische Daten von Häftlingen des Todesmarsches selbst zusammentragen können. Gruppen sind willkommen,

eigene Vorstellungen mitzubringen. Der Trägerverein ist für Anregungen offen. In anschließenden Gesprächsrunden stellen Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeiten vor, besprechen sie und lassen sich - wenn gewünscht - auf eine Diskussion ein, in deren Mittelpunkt die Frage stehen kann, ob - und wenn ja warum - die Arbeit von Gedenkstätten wichtig ist.

Zuletzt kann ein Kurzfilm gesehen werden, der während des Besuchs der Überlebenden Samuel und Judith Taube in Ahrensbök von der Filmemacherin Martina Fluck professionell aufgezeichnet wurde. Der Film ist ein bewegendes Dokument des Leidenswegs eines Mannes, der das KZ Auschwitz und den Todesmarsch überlebte. Ihn zu zeigen, ist der würdige Abschluss eines Besuchs der Gedenkstätte Ahrensbök.

Wer mehr wissen will, kann mehr erfahren. In der Gedenkstätte Ahrensbök gibt es eine Bibliothek mit etwa 800 Büchern, die Interessierten zur Verfügung stehen. In der Videothek befinden sich mehrere filmische Dokumentationen, die bei Besuchen Überlebender des Todesmarsches in Ahrensbök erstellt wurden. Auch sie sind öffentlich zugänglich, können kopiert bzw. gekauft werden. Ein Pressearchiv ist im Aufbau. Besuche der Gedenkstätte mit Führungen durch das frühe KZ und die Dauerausstellungen können - per Telefon, Fax oder E-Mail - vereinbart werden:

Telefon: 04525 493060
Telefax: 04525 493090
E-Mail: gedenkstätteahrensboek@t-online.de

 
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