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Brief über ein „Horror-Konzentrationslager“
Neue Ausstellung in der Gedenkstätte Ahrensbök: “A Letter to Debbie“




Es war ein Bild des Grauens. Als amerikanische Truppen am 27. April 1945 das Konzentrationslager Dachau-Kaufering befreiten, wurde US-Leutnant Albert Gaynes Zeuge der "ganzen Bestialität der Nazis". In einem Brief an seine Frau Debbie beschreibt er das "Horror-Konzentrationslager". Fünfzig Jahre später hat die amerikanische Künstlerin Yardena Donig- Youner den Brief und Fotodokumente dieser Zeit zu einer Ausstellung verarbeitet.

„A Letter to Debbie“, heißt die Ausstellung über die Befreiung des Dachauer Außenlagers Landsberg. Der Historiker Prof. Dr. Jörg Wollenberg wird am internationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, am Sonntag, dem 27. Januar 2019 um 15 Uhr die Ausstellung mit einem Vortrag in der Gedenkstätte Ahrensbök eröffnen. Sie wird bis Sonntag, den 3. März 2019 zu sehen sein. Wollenberg wird sie mit mehreren Vorträgen und Sonntagsgesprächen begleiten.

In seinem Brief versucht Leutnant Gaynes auf acht Seiten das Grauen in Worte zu fassen. Er berichtet von verkohlten Leichen, beschreibt „Muselmanen“, von Amerikanern „Zombies“ genannt, von nackten Leibern die in Gräben lagen, „verhungert und zu Tode gequält, Skelette mit Haut“. Gaynes legte seinem Brief 13 Fotos von Toten bei, die ein Sergeant am Tage der Lagerbefreiung aufgenommen hatte.

Für Yardena Donig-Youner waren diese Briefe ein Kunstwerk. Fünfzig Jahre nach ihrer Entdeckung beschloss die Künstlerin, eine Ausstellung zu machen. Aus den Fotos schuf sie Drucke im Großformat über die sie die Texte des handschriftlichen Briefes legte. „Zuerst liest man den Text, dann entdeckt man die Bilder im Hintergrund“, so ihr Motive über die Gestaltung. Donig-Youner ist persönlich betroffen: Ihre Familie floh vor den Nazis nach Palästina, ihre Großmutter wurde in Riga ermordet.

Jörg Wollenberg, der die Ausstellung um die Jahrtausendwende aus den USA nach Deutschland holte, wird an drei Sonntagen, vom 10. Februar bis 3. März, in Vorträgen und zuletzt im Gespräch mit dem Schauspieler Rolf Becker, die Hintergründe der Befreiung von Konzentrationslagern durch alliierte Truppen sowie das Leid der Frauen, die auf Todesmärsche geschickt wurden, zum Thema machen. Interessierte sind zum Besuch der Ausstellung und der Vorträge in die Gedenkstätte Ahrensbök eingeladen.




Grauen in Worte gefasst: Debbie und Albert Waynes

 
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