P R E S S E 
 
Informationstafel verschwunden
Trägerverein der Gedenkstätte Ahrensbök stellt Strafanzeige




Eine Informationstafel ist verschwunden. Als der Trägerverein dieser Tage mit einer Besucher- gruppe die Route abfuhr, wo Stelen die die letzte Etappe eines Todesmarschs vom April 1945 zwischen Lübeck und Neustadt i. H. markieren, wurde festgestellt, dass eine Tafel fehlte. Das neben der Stele auf einem Pfahl befestigte Hinweisschild war aus einem Pflanzenbeet in der Ortsmitte der Gemeinde Ahrensbök - auf dem Fußweg an der Lübecker Straße, vor dem Kindergarten, nahe von Kirche und Friedhof – entfernt worden. Der Trägerverein der Gedenkstätte Ahrensbök/Gruppe 33 e. V. erstattete Strafanzeige.

Die zwölf aufrecht aufstehenden Stelen wurden von jungen Menschen aus verschiedenen Ländern Europas 1999 während des ersten internationalen Jugendsommerlagers in Ahrensbök aus Beton und Ton gefertigt. Diese Mahnmale stehen samt Informationstafeln in allen Dörfern und Orten Ostholsteins, durch die während der letzten Kriegstage bewaffnete SS etwa 500 Häftlinge aus den Konzentrationslagern Auschwitz-Fürstengrube und Mittelbau Dora (Harz) trieb; bis zuletzt wurden Menschen unter den Augen der Bevölkerung erschossen. Die meisten der Gefangenen verloren am 3. Mai 1945 während der Cap Arcona Katastrophe in der Lübecker Bucht ihr Leben.

Wiederholt wurden in der Vergangenheit Stelen beschädigt, gestohlen oder Informationstafeln entwendet. Die Stele mitten in Ahrensbök war bald nach ihrer Errichtung von Unbekannten so stark beschädigt worden, dass sie nur in einem Metallgerüst wieder aufgerichtet werden konnte. Der Trägerverein bittet die Öffentlichkeit, den Mahnmalen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, um Sachbeschädigungen oder Diebstahl vorzubeugen.


Stele in der Ortsmitte von Ahrensbök.
Rechts im Pflanzenbeet die Informationstafel,
die entwendet wurde

 
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