P R E S S E 
 
Erst Rivesaltes, dann Auschwitz
Die Geschichte eines französischen Lagers




Ihre Flucht endete im tiefen Süden Frankreichs. Nur wenige Kilometer nördlich der französisch-spanischen Grenze nahe der Stadt Perpignan wurden im August 1942 einige tausend vor den Nationalsozialisten geflüchtete Juden verhaftet und im Camp Rivesaltes festgehalten, bevor sie über das Sammellager Drancy in der Nähe von Paris weiter in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden. Dort wurden sie in Gaskammern ermordet.

„Zwischenstation vor Auschwitz. Die Geschichte des französischen Lagers Rivesaltes“ heißt ein Vortrag, zu dem der Trägerverein Interessierte am Sonntag, den 22. Oktober 2017 um 15 Uhr in die Gedenkstätte Ahrensbök einlädt. Die Zeitzeugin Baya Maouche wird über das „Camp de Rivesaltes“ referieren, das eine an düsteren Ereignissen reiche Geschichte hat, die bis in unsere Tage reicht: 1939 als Militärlager erbaut und heute wieder als solches genutzt, wurden auf dem Gelände spanische Bürgerkriegsflüchtlinge ebenso wie katalanische Juden, „Tziganes“ (Zigeuner) ebenso wie Kriegsgefangen interniert.

Ab 1962 war das Camp Transitlager für „Harkis“. So nannte man algerische Muslime, die der französischen Armee gedient oder dort Hilfsdienste verrichtet hatten. Nach der Unabhängigkeit Algeriens wurden sie als Kollaborateure verfolgt und flüchteten – unwillkommen - nach Frankreich. Sie wurden in Lagern wie Rivesaltes festgehalten, wo auch Baya Maouche, 1952 in Algerien geboren, zusammen mit ihrer Familie ein Jahr lang untergebracht war. Die Referentin wird sich nach ihrem Vortrag den Fragen von Interessierten stellen.





 
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