P R E S S E 
 
Di sun vet aruntergejn

Über Jahrhunderte war Jiddisch die Sprache von Millionen Juden. Sie lebten überwiegend im mittel- und osteuropäischen Raum, bis die Nationalsozialisten das Land überfielen, ihre jüdischen Bewohner verfolgten und ermordeten. Das Jiddische, eine mehr als tausend Jahre alte Sprache, wird bis heute von einer Minderheit - gepflegt und gesprochen, obwohl Verfolgung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten die Sprache an den Rand des Untergangs gebracht haben.

"Di sun vet aruntergejn" (Die Sonne wird untergehen), heißt eine Veranstaltung zu der der Trägerverein am Sonntag, den 26. März 2017 um 15 Uhr in die Gedenkstätte einlädt. Volker Schauer, Vorsitzender der Lübecker Interkulturellen Begegnungsstätte, Haus der Kulturen, unternimmt eine Reise durch die Welt des Jiddischen mit Liedern und Texten. Schauer, der bis zu seiner Emeritierung als Pastor hauptamtlicher Afrika-Referent der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland war, will mit diesem Konzert daran erinnern, dass nicht nur eine Sprache, sondern auch ein kulturelles Universum beinahe vollständig ausgelöscht wurde.

Die jiddischen Lieder und Texte erzählen Geschichten von den Sorgen, dem Leid, aber auch den Freuden und den Hoffnungen jüdischer Menschen. Das Jiddische war die Sprache des chassidischen Rebbe im "Schtetl" ebenso wie auch die Sprache von Künstlern, Journalisten, Philosophen oder sozialistischen Kämpfern. Mehr wird Schauer in diesem Konzert erzählen, zu dem alle Interessierten in die Gedenkstätte eingeladen sind.
 
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