P R E S S E 
 
Mit der Reichsbahn ins Jugend-KZ
Vortrag in der Gedenkstätte: Moringen, ein Lager für junge Männer in Niedersachse



Moringen ist eine idyllische Kleinstadt im südlichen Niedersachsen. Eine von vielen Sehenswürdigkeiten – neben der Ducksteinquelle, dem Opferteich, dem Heimatmuseum - ist eine KZ-Gedenkstätte, denn: In Moringen gab es zwischen 1933 und 1945 drei aufeinander folgende Konzentrationslager – eines für Frauen, eines für Männer und ein Jugend-KZ. Die männlichen Insassen im Alter von13 bis 22 Jahren im - beschönigend - genannten Jugendschutzlager kamen aus dem ganzen Reichsgebiet sowie aus den von den Deutschen besetzten Ländern, Volksdeutsche ebenso und junge Nichtdeutsche, die als „eindeutschungsfähig“ beurteilt wurden.

„Mit der Reichsbahn ins Jugendschutzlager. Moringen, ein KZ für junge Männer in Niedersachsen“ heißt ein Vortrag, zu dem der Trägerverein am Sonntag, den 20. Oktober 2019, um 15 Uhr in die Gedenkstätte Ahrensbök einlädt. Marc Czichy, Historiker und Leiter der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen, wird berichten, wie zum Teil sehr junge männliche Menschen in Moringen dem Terror der SS ausgesetzt waren, wie sie innerhalb und außerhalb des Lagers Zwangsarbeit leisten mussten.

Einweisungen erfolgten über die Jugend- und Landesjugendämter sowie die Kriminalpolizei, die ein Vorschlagsrecht zur Inhaftierung »asozialer« und »krimineller« Jugendlicher hatten. Auch Jugendämter und Erziehungsheime machten von der Möglichkeit Gebrauch, missliebige Jungs ins KZ abzuschieben. Referent Czichy wird anhand einzelner Häftlingsbiographien die Einweisungsgründe sowie die Lebens- und Arbeitsbedingungen der im KZ inhaftierten Jugendlichen schildern. Außerdem berichtet er über den politischen und den gesellschaftlichen Umgang mit der Geschichte des Jugend-KZ Moringen nach 1945. Interessierte sind zu diesem Vortrag in die Gedenkstätte eingeladen.




Nach 1945 verdrängt und vergessen:
Heute erinnert die KZ-Gedenkstätte Moringen an die Geschichte

 
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