P R E S S E 
 
Den Rattenfänger früh erkannt
Sonntagsgespräch über den Künstler Hans Gerner


Seine Arbeiten standen in einer Reihe mit Werken so großer Künstler wie George Grosz und Käthe Kollwitz. Doch anders als diese schnitt Hans Gerner seine Landschafts- und Stadtan-sichten in Holz, als er in den Jahren 1920 bis 1930 als Volksschullehrer seinen Schülern und Schülerinnen die Liebe zum Musischen vermittelte. Seine – ab 1922 - Arbeiten für die Stuttgarter „Sonntagszeitung“ , die sich selbst als „demokratisch, sozialistisch, pazifistisch, freigeistig“ bezeichnete, aber unterschieden sich massiv von bis dahin geleisteter Arbeit: In scharfsinnigen Karikaturen entlarvte Gerner den um sich greifenden Militarismus, warnte er früh vor den Nationalsozialisten.

„Holzschnittkarikaturen in der Weimarer Republik“, heißt eine Ausstellung in der Gedenkstätte Ahrensbök, die bis zum 8. September 2019 zu sehen ist. Am Sonntag, den 4. August 2019 um 15.00 Uhr wird Dr. Ingaburgh Klatt, Vorsitzende des Trägervereins, während eines Sonntagsgesprächs die Karikaturen von Hans Gerner erläutern und über die Hintergründe sprechen, wie die Arbeiten entstanden. Sie wird einen Künstler vorstellen, dem es ein Anliegen war, die Ungleichheit zwischen Arm und Reich, die Ungerechtigkeit vor dem Gesetz und die Macht der Großindustrie zu karikieren.

Wie scharfsichtig Hans Gerner war, zeigt eine Karikatur, die am 4. März 1923 erschien. Monate vor dem versuchten Hitlerputsch in München vom 9. November 1923 zeichnete der Künstler Hitler als Flöte spielenden Rattenfänger; mit Schwert und umgehängter Landknechtstrommel lockt er die Münchner hinter sich her – ein Bild, mit leicht veränderten Gesichtszügen, das auch in unseren Tagen zutreffend sein könnte.


Aktuell auch in unseren Tagen:
Gerner-Karikatur des Rattenfängers

 
nach oben nach oben